There’s no way out – wenn die Einbahn dich gefangen hält...

Das waren wir. Von morgens bis abends zogen wir von Drehort zu Drehort und machten die kleine Stadt Baden unsicher. Damals, an jenen Septembertagen des Jahres 2005 standen wir mit dem Sonnenaufgang auf und gingen selten mit dem Sonnenuntergang schlafen. Fast jede Nacht machten wir zum Tag großen Scheinwerfern, die leider ihr Licht anderweitig auch verstreuten. Manchem Nachbar, Elternteil, etc. gefiel das gar nicht. Sie wollten schlafen. Wir wollten drehen. Und das taten wir – an die 25 Mann-Frau Truppe – rund um die Uhr. Selbst in jenen wenigen Stunden, in denen wir ruhten, weil selbst mit dem größten künstlichen Licht nichts mehr ging. Der eine sprach seine Rolle im Schlaf, der andere seine Anweisungen – und der Regisseur ging ganze Szenen durch oder bestellte gutes Wetter für den nächsten Drehtag.

Die Wettergeistern waren uns gut gesinnt – denn jene Spätsommer-Drehtage im September waren die herrlichsten und sonnigsten des Jahres.

Man sagt, jeder guter Dreh hat etwas von einer Dauer-Extase und in dieser befanden wir uns.

Es ging alles sehr schnell. In einer Rekordzeit kam ein narrisches Team zusammen – wochenlang hieß es von da an organisieren, Sponsoren anschreiben, Kameraequipment besorgen, Drehbuch verfeinern und PROBEN.

Ganz außergewöhnlich, aber es stimmt. Auf jeden Drehtag kam ein Probetag. Und es war sehr gut so, denn die Schauspieler hielten Position. Null Textfehler, perfekte Umsetzung der Rolle – alles hatten sie sich bei den Proben ins Herzblut „inhaliert“.

Beim Proben kam viel Neues, Wichtiges ans Tageslicht – vor allem aber lernte sich die Gruppe hier kennen. Am ersten Drehtag war es dann so, als wäre man in einer selbst zusammengewürfelten Familie. Wir mochten uns.

Zu keiner anderen Zeit war Baden so beseelt von Tatendrang und schwirrend-ansteckenden Ideen, wie an jenen Drehtagen zu „Einbahn“. Zu keiner anderen Zeit verzeichneten die Tankstellen, Trafiken und Nachtlokale eine derartige Umsatzsteigerung.

Vom Dreh.

25 Leute
7 Drehtage
inkl. obligatorischem Nachdreh und inkl. selbstverständlichen Nachtdrehs.
Motive: Einbahnstraßen, Polizeihütten, Michis Zimmer und die Teiche der Familie Broschek – das heißt an Schauplätzen des weltlichen Dreiländer-Gemeindeecks von Baden, Bad Vöslau und Traiskirchen, entstand „Einbahn – Der Kurzfilm“.

Wir für die Wirtschaft

Wir befreiten das Schnitzelhaus von seiner Fleischlast.
Den Chinesen von Sojasprossen und Rrreis.
Den Pizzamann vom 4 Jahr’ „gereiften“ Käs’
Die Tankstellen, Trafiken und Nachtlokale von sämtlichen trink,
ess- und rauchbaren Waren. – Und Diesel und Benzin.
Und frischten Magen und Geist mit Ströck Brot, NÖM Joghurt und Red Bull auf.

Wie aus einem Film

Worauf wir aber ganz stolz sind: Auf jener kleinen Brücke am Broschek Teich – holten wir seit Jahrhundert schlafende Spinnen aus ihrem Dornröschenschlaf. Und sie krochen aus ihrem warmen Nest unter der Brücke, durch die Ritzen an die Oberfläche. Sie wollten nicht ertrinken – die Last von 25 Personen auf diesem Floss drückte die Unterseite, ihre Heimat ins Wasser…. Wir erfuhren da: auch wir hatten Spinnen-Angsthasen. Vor allem männlichen Geschlechts. Kopfschütteln.